K.DRUCK
Ebba Fransén-Waldhör & Selina Reiter
Textil- & Flächendesign

Vom Anbau der Rohstoffe bis hin zur Fertigung durchwandern gewöhnliche Textilien einen umweltbelastenden Weg. Die Textilindustrie setzt Unmengen an Chemikalien und Pestiziden ein und erschöpft in hohem Maße Boden, Wasser und Energie. Dieser Erzeugungsweg schadet dem Menschen und der Natur. Unser Projekt ist ein Experiment, das versucht ein konsequent nachhaltige Alternative zu konventionellen Herstellungsprozessen umzusetzen. Dabei liegt unser Fokus vor allem auf diversen Färbe- und Drucktechniken.

Das Ziel von k.druck ist es alle verwendeten Materialien und Rohstoffe aus der Umgebung mit einzubeziehen und diese auf ökologische Faktoren zu überprüfen. Gleichzeitig wird die Verwendung von Chemikalien vermieden und ebenso auf einen angemessenen Energie- und Wasserverbrauch geachtet.

Inspiration für unsere Stoffe zogen wir aus der japanischen Tradition Katazome, einer Drucktechnik, bei der eine Reservepaste aus Reismehl verwendet wird. Um die Tradition für unsere Region zu adaptieren, benutzen wir Kartoffelstärke statt Reismehl. Die Textilien werden mit Farbstoffen aus regional wachsenden Pflanzen, wie z.B. Krapp und Reseda oder auch aus täglich entstehenden Abfällen, wie Kaffeesatz und Zwiebelschalen, vorgefärbt.  Für den Druck werden Erd- und Mineralpigmente eingesetzt und mit ökologisch erzeugter Sojamilch angerührt, um sie dauerhaft an die Fasern zu binden.

Als Alternative zur problematischen Baumwolle lassen wir ein traditionell mitteleuropäisches Textil aufleben: das Leinen. Der Rohstoff Flachs wächst in unseren Regionen, wird aber aufgrund der Verlagerung der Textilgewinnung in andere Länder in Deutschland kaum noch angebaut. Bei der Gewinnung von Flachsfasern können keine chemischen Verfahren eingesetzt werden, da diese die fasern angreifen.

Die entwickelten Muster folgen durch die visuelle Annäherung natürlichen Prozessen und versuchen so die materielle und die visuell-gestalterische Ebene miteinander zu verbinden. Farben, Technik, Material und Erscheinung werden zu Elementen eines in sich geschlossenen, natürlichen Zusammenhangs.