Wie kann ich für Hanf wieder ein Bewusstsein als hochwertige heimische Nutzpflanze schaffen?
In Anbetracht unseres enormen Rohstoffverbrauchs, immer knapper werdender Ressourcen und der hohen Importquote von Textilfasern wird es wieder interessant, auf heimische Faserpflanzen zurückzugreifen. Nicht nur landwirtschaftliche Vorteile und ökologische Eigenschaften wie geringer oder gar kein Pestizideinsatz und Kompostierbarkeit, sondern auch hohe Flächenerträge und kurze Transportwege, sprechen dafür. Neben Flachs und Brennessel wurde Hanf über Jahrhunderte in Deutschland und Europa kultiviert und vielseitig genutzt. Heutzutage werden in Deutschland daraus hauptsächlich ökologische Dämmmaterialien und andere Baustoffe gefertigt. Der Hanf kommt dabei verdeckt zum Einsatz und scheint so als wertvolle natürliche Ressource größtenteils aus der allgemeinen Vorstellung verschwunden zu sein.
Mit meiner Arbeit ROHSTOFFE textile Konstruktionen aus Hanf möchte ich dieses Material wieder ins Blickfeld rücken und ins öffentliche Bewusstsein bringen.
Für die ROHSTOFFE verarbeite ich Hanf, wie er hierzulande produziert und normalerweise zum Abdichten von Wasser- und Gasleitungen verwendet wird. Er ist relativ grob und bedarf so einer materialgerechten Verarbeitung. Dabei strebe ich Monomaterialität an, da jeder Materialmix wieder neue Probleme in Fragen der Rohstoffgewinnung, des Transports bis hin zur Entsorgung aufwirft. Weiterhin möchte ich den direkten Weg von der Faser zum Textil gehen. Hierfür bietet sich Verfilzen mittels Nadeln an, wobei sich die Fasern ohne weitere Zusätze mit sich selbst verbinden, außerdem setze ich verschiedene Nähtechniken ein, welche dem Textil dank seiner langen Fasern Stabilität verleihen.
So ergeben sich textile Qualitäten, welche von glatt und glänzend bis wollig-weich reichen. Mal liegt die Faser deutlich erkennbar offen, anderswo geht sie im textilen Gewirr unter. Obwohl die ROHSTOFFE sich nah am Ausgangsmaterial befinden, lässt es sich doch nicht von jedem erkennen. So fordern und hinterfragen sie unser Wissen über Materialien und deren Verarbeitung.
Vorstellbar ist die Verwendung für isolierende und doch leichte und luftdurchlässige Oberbekleidung, Heimtextilien, die für ein angenehmes Raumklima sorgen, langlebige Bodenbeläge oder Outdoor-Textilien, welche feuchtigkeitsunempfindlich und doch verrottbar sein sollen.
Green Design Key Words: heimische Faserpflanze
nachwachsender Rohstoff
Monomaterialität
Kompostierbarkeit
ROHSTOFFE | Textile Konstruktionen aus Hanf
Stefanie Powell
Textil- & Flächendesign
Wie kann ich für Hanf wieder ein Bewusstsein als hochwertige heimische Nutzpflanze schaffen?
In Anbetracht unseres enormen Rohstoffverbrauchs, immer knapper werdender Ressourcen und der hohen Importquote von Textilfasern wird es wieder interessant, auf heimische Faserpflanzen zurückzugreifen. Nicht nur landwirtschaftliche Vorteile und ökologische Eigenschaften wie geringer oder gar kein Pestizideinsatz und Kompostierbarkeit, sondern auch hohe Flächenerträge und kurze Transportwege, sprechen dafür. Neben Flachs und Brennessel wurde Hanf über Jahrhunderte in Deutschland und Europa kultiviert und vielseitig genutzt. Heutzutage werden in Deutschland daraus hauptsächlich ökologische Dämmmaterialien und andere Baustoffe gefertigt. Der Hanf kommt dabei verdeckt zum Einsatz und scheint so als wertvolle natürliche Ressource größtenteils aus der allgemeinen Vorstellung verschwunden zu sein.
Mit meiner Arbeit ROHSTOFFE textile Konstruktionen aus Hanf möchte ich dieses Material wieder ins Blickfeld rücken und ins öffentliche Bewusstsein bringen.
Für die ROHSTOFFE verarbeite ich Hanf, wie er hierzulande produziert und normalerweise zum Abdichten von Wasser- und Gasleitungen verwendet wird. Er ist relativ grob und bedarf so einer materialgerechten Verarbeitung. Dabei strebe ich Monomaterialität an, da jeder Materialmix wieder neue Probleme in Fragen der Rohstoffgewinnung, des Transports bis hin zur Entsorgung aufwirft. Weiterhin möchte ich den direkten Weg von der Faser zum Textil gehen. Hierfür bietet sich Verfilzen mittels Nadeln an, wobei sich die Fasern ohne weitere Zusätze mit sich selbst verbinden, außerdem setze ich verschiedene Nähtechniken ein, welche dem Textil dank seiner langen Fasern Stabilität verleihen.
So ergeben sich textile Qualitäten, welche von glatt und glänzend bis wollig-weich reichen. Mal liegt die Faser deutlich erkennbar offen, anderswo geht sie im textilen Gewirr unter. Obwohl die ROHSTOFFE sich nah am Ausgangsmaterial befinden, lässt es sich doch nicht von jedem erkennen. So fordern und hinterfragen sie unser Wissen über Materialien und deren Verarbeitung.
Vorstellbar ist die Verwendung für isolierende und doch leichte und luftdurchlässige Oberbekleidung, Heimtextilien, die für ein angenehmes Raumklima sorgen, langlebige Bodenbeläge oder Outdoor-Textilien, welche feuchtigkeitsunempfindlich und doch verrottbar sein sollen.
Green Design Key Words:
heimische Faserpflanze
nachwachsender Rohstoff
Monomaterialität
Kompostierbarkeit