Poesie der Katastrophe
Konrad Hempel
Visuelle Kommunikation

Im Informationzeitalter ist es unabdingbar zu fragen, wie nachhaltig die Information eigentlich ist.
Inwiefern hat die Deutungshoheit der Schlagzeilenrealität mit unserer Wirklichkeit zu tun? Befähigt uns der wechselseitige Informationsfluss zwischen Produzent und Rezipient und seine Geschwindigkeit, sinnvoll Entscheidungen für die Zukunft zu treffen?

Die Schlagzahl der Schlagzeilen nimmt zu. Eine Verdichtung des Inhalts auf immer knapperem Raum und in immer kürzerer Zeit, läßt die Entschlüsselung zur Aufgabe werden. Die Arbeit „Poesie der Katastrophe“ stellte sich dieser Aufgabe und ver – DICHTETE die täglichen Nachrichten. In poetisch-satirischer Weise wurden so die Zeitungsnachrichten von acht Wochen zusammengefasst.
An jedem Tag entstand ein Gedicht. Diese Gedichte wurden in einer Installation gezeigt. Durch Drücken eines Buzzers konnte man, die in rasender Geschwindigkeit laufenden, Tagespoeme anhalten. Die zufällige Auswahl und die, durch die Neusortierung, letztliche Umdeutung der täglichen Schlagzeilen thematisieren Banalität, Willkür und die Schwierigkeit des kontrollierten Sortierens von Nachrichten.