Können gestalterische Impulse in der Verarbeitung und Materialien des traditionellen Korbflechtens das Handwerk neu beleben?

Neuinterpretation der Lausitzer Korbmacherei Silke Gröschke

Projektdetails

Thema: postcarbon
Untertitel: Können gestalterische Impulse in der Verarbeitung und Materialien des traditionellen Korbflechtens das Handwerk neu beleben?
Jahr: 2014
Fortschritt des Projekts: Abgeschlossen
Teilnehmer: Yoon Oh Nam
Betreuer:
Galerie:

Es gibt viele Beispiele der Neuinterpretation von Handwerk, die man unter unterschiedlichen Aspekten analysieren kann. In der Korbmacherei Silke Gröschke werden hauptsächlich Körbe hergestellt und Stuhlflächen geflochten. Solche Produkte sind auf keinen Fall banal, sondern existieren schon seit langer Zeit in unserem Lebensumfeld. Was hier aber vermutlich fehlt, ist das Besondere. 

Korbflechtverfahren sind auf der ganzen Welt verbreitet, nicht nur in der Lausitz, man findet sie zum Beispiel auch in Asien. Natürlich unterscheiden sich die Flechtmuster und repräsentieren jeweils die Eigenart der Region, aber auch die verschiedenen handwerklichen Kulturen verwenden doch die gleichen Flechtmethoden. Nicht nur in der Korbmacherei Silke Gröschke, sondern fast überall verwenden Korbmacher für das Korbflechten Peddigrohr und Weiden aus der Natur. Diese Materialien sind im feuchten Zustand leicht biegbar und umformbar. Deshalb ist es möglich, Körbe in ganz verschiedenen Formen herzustellen. 

In diesem Projekt wurde der Frage nachgegangen, wie man Flechtprodukte neu interpretieren kann. Das Konzept sollte auf das traditionelle Handwerk zurückgehen, aber der Korbmacherei einen neuen, modernen Charakter geben. Eine Möglichkeit liegt dabei in der Kombination mit anderen Materialien – und damit verbunden einem neuartigen Fokus auf das Material selbst. Hierzu gab es zunächst Experimente zur Verbindung von Korbgeflecht mit Holz, Metall oder Acryl. Nach Ansätzen für einen Neuinterpretation geflochtener Sitzmöbel wurde später die Schale, die sich häufig auf dem Esstisch befindet, zum Schwerpunkt gemacht. 

Normalerweise bestehen Schalen aus Peddigrohr ausschließlich aus diesem Material. Dies ist aber schon so selbstverständlich, dass das Material selbst gar nicht mehr wahrgenommen wird. Ich habe das Peddigrohr dagegen eher sparsam eingesetzt, mit Verbindungselementen aus Holz und Metall kombiniert und die Verbindungen aus mechanischen Gründen an ein paar Stellen mit Naturschnüren verstärkt. Je nach Art der Verbindungselemente und Stärke und Biegung des Peddigrohrs können verschiedene Formen gebildet werden, die gegenüber klassischen Flechtkörben eine moderne und neuartige Ästhetik aufweisen. Zudem rückt durch die minimalistisch Kombination der Materialien ihre Eigenart unmittelbar in den Blick. .