On the molecular level
Youyang Song


Mad Molecular Gourmet? No, I’m just serious about material!
„On the Molecular Level“ basiert auf einem selbst entwickelten Verfahren, um verschiedene Bio-Abfälle zu alternativen, biologisch abbaubaren Textilmaterialien zu verarbeiten. Die Überreste von Lebensmitteln erhalten so ein zweites Leben. Es ähnelt dem Kochen in der Molekularküche, nur dass hier mit Lebensmittel(resten) und anderen natürlichen Substanzen ein neues Material produziert wird statt mit chemisch-physikalischen Methoden etwas Essbares.Bananen- und Orangenschalen oder Sojamilchtrester werden mit einem natürlichen Binder als Matrix verbunden. Das entstehende Komposit-Material lässt sich nach Gebrauch durch erneutes Kochen einfach wiederverwenden. Es ist ein zu 100% biologisch abbaubares „no waste“ Naturprodukt, das darüber hinaus ungewohnte gestalterische Möglichkeiten eröffnet. Mad Molecular Gourmet? No,I‘m just serious about material!


„On the Molecular Level“ is based on a self-developed process to process various biowaste into alternative, biodegradable textile materials. The seemingly useless food wastes will reborn with a second life. It is similar to cooking in the molecular kitchen, except that here with food (leftovers) and other natural substances, a new material is produced instead of using chemical-physical methods, something edible.Banana and orange peel or soymilk pomace are combined with a natural binder as a matrix. The resulting composite material can be easily reused after use by re-cooking. It is a 100% biodegradable „no waste“ natural product that also opens up whole new design possibilities.

 

Rewoodable
Nicole Dietz, Tilman Holz, Esther Kaya Stögerer


In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines frei formbaren Holzmaterials, das im Gegensatz zu den üblichen Holzverbundwerkstoffen (MDF, OSB und Spanplatten) ausschließlich aus Bestandteilen des Baumes besteht, die bei seiner industriellen Verwertung als Nebenprodukte anfallen. Das sind zum einen Sägemehl und Holzspäne und zum anderen das bei der Papierherstellung abgeschiedene im Holz enthaltene Lignin. In Verbindung mit Lignin als Bindemittel entsteht ein ökologischer plastischer Werkstoff, der durch 3D-Druck oder Formpressen in jede Gestalt gebracht werden kann. Die Eigenschaften des Materials lassen sich zusätzlich durch Zugabe von Naturkautschuk erweitern, womit das Holz flexibel wird.

This project is about the development of a freely mouldable wood material which, unlike the usual wood composite material (MDF, OSB and chipboard), consists exclusively of components of the tree that are byproducts of its industrial use. These components are sawdust, wood chips and lignin, which is dissolved out of the wood during the paper production. Using lignin as a binder, a biological plastic material is created that can be 3D printed or compression molded into any shape. By adding natural rubber the properties of the material can be augmented, making the wood more flexible.

 

 

Rewoodable

Our local nettle
Tau Pibernat

 

Our Local Nettle is a collection of recipes and experiments dedicated to the various uses of the stinging nettle. For many just a weed, but in reality this super plant offers multiple nutritional and medicinal properties, in addition to its legendary qualities as a local cellulose fiber for the production of textiles. As an open lab for interaction, Our Local Nettle reinterprets the image of this urban plant, and motivates people to integrate nettles as a local resource in everyday life. Throughout the project, food recipes and design practices were tested. From “nettleade”, to nettle paper, extraction of fibers and yarn plying, nettle cordage, printing paste and nettle ink. Any material rests can be turned into a nutritious garden fertilizer. (Process stages and results can be observed at the final piece.)


Our Local Nettle ist eine Sammlung von Rezepten und Experimenten, die sich den zahllosen Einsatzmöglichkeiten der Brennessel widmet. Für viele nur ein Unkraut, in Wirklichkeit aber bietet diese Superpflanze vielfache Nährwerte und Heilkräfte, neben ihren legendären Qualitäten als regionale Zellulosefaser für die Herstellung von Textilien. Als offenes, interaktives Labor interpretiert Our Local Nettle das Bild dieser urbanen Pflanze neu und motiviert die Menschen, Brennnesseln als lokale Ressource in den Alltag zu integrieren. Während des Projekts wurden Lebensmittelrezepte und Designpraktiken getestet. Von “Nesselade” bis zum Brennnesselpapier, Extraktion von Fasern und Spinnen zu Garn, Brennnesselschnur, Druckpaste und Brennnessel-Tinte. Materialreste können in einen nahrhaften Gartendünger verwandelt werden. (Die Prozessschritte und Ergebnisse können an der fertigen Arbeit in Augenschein genommen werden.)

 

 

Our local nettle

Transitional Textures
Nelli Singer


Um Biokunststoffe und ihre Materialqualitäten zu erforschen, wurde mit den Algenbestandteilen Carrageen, Agar und Alginat experimentiert. Durch das Hinzumischen und Kochen von verschiedenen natürlichen Bestandteilen entstanden Materialien mit jeweils unterschiedlicher Flexibilität, Reißfestigkeit und Transparenz. Anders als normale Kunststoffe lassen sie sich problemlos immer wieder neu einschmelzen. Zudem ist ein Verkleben der Materialien miteinander durch bloßes Anfeuchten möglich. Diese Biokunststoffe bieten bereits in ihrem Materialverhalten und der unmittelbaren Einfl ussnahme auf sie eigene gestalterische Möglichkeiten. So führt z.B. Falten oder Zerknüllen, dazu, dass sich die hergestellten Folien an bestimmten Stellen milchig-weiß verfärben. Eine andere Entdeckung war, dass das Material bei Zusatz von Natron eine Art florale Textur entwickelt. Im Projekt wurden mehrere gestalterische Möglichkeiten kombiniert, z.B. zusätzlich in die Folien eingeschnittenen durchbrochene Mustern, durch die sich das Material bei Berührung öffnet oder schließt. Ebenso wurde das in Streifen geschnittene Material verwebt, wobei die Möglichkeit des Verklebens genutzt wurde, um unterschiedliche Dichten und Transparenzen zu erzeugen.

 

In order to investigate bioplastics and their material qualities, experiments were carried out with the algae components carrageen, agar and alginate. Mixing and cooking various natural components, materials with di erent exibility, tear resistance and transparency were created. Unlike normal plastics, they can be melted down again and again without any problems. They also can be glued together simply by moistening. These bioplastics already by their material behaviour or inherent design possibilities. For example, wrinkles or crumpling can cause the produced foils to turn white in certain areas. Another discovery was that when sodium bicarbonate was added, the material developed a kind of oral texture. Several design options were combined in the project, e.g. additional perforated patterns cut into the foils, through which the material opens or closes upon contact. The material cut into strips was also woven, using the possibility of bonding to create di erent densities and transparencies.

Transitional textures

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