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GreenDesign 9.0 – Food in the Time of Corona

***For the English version please scroll down.***

Der Ausbruch von COVID-19 zwingt uns, unser Sein zu überdenken – nicht zuletzt unsere Beziehung zu Lebensmitteln. Spätestens jetzt stellen wir fest, dass die Frage, wie und was wir essen, eng mit einigen der großen Herausforderungen verbunden ist, denen wir uns weltweit gegenübersehen – vom Verlust der biologischen Vielfalt, dem Klimawandel und ökologischen Problemen bis hin zur persönlichen und öffentlichen Gesundheit sowie der ungerechten globalen Verteilung von Ressourcen und dem Hunger, den über eine Milliarde der Armen der Welt ertragen müssen. Gleichzeitig tritt unsere Ernährung in eine Phase des radikalen technologischen Wandels ein, der die Art und Weise, wie wir unsere Nahrung anbauen, produzieren, verteilen und wahrnehmen, möglicherweise radikal verändern wird. Diese jüngste Entwicklung befeuert einen globalen und kontroversen Diskurs über die Bedürfnisse, Gewohnheiten und Werte der Menschheit, die in unseren Ernährungssystemen verankert sind. Zweifellos formt die Nahrung unsere biologischen Körper und unsere sozialen Beziehungen, und durch die Art und Weise, wie wir unsere Nahrung produzieren, spielen wir eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Welt um uns herum.

Während des Sommersemesters 2020 möchten wir die Studierenden ermutigen, sich theoretisch und praktisch mit der aktuellen Situation rund um unsere Ernährung auseinanderzusetzen. Wir werden den Wegen unserer Nahrungsmittel vom Anbau bis zur Verwertung nachgehen und Möglichkeiten für Interventionen in bestehende Abläufe suchen. Wie kann Design dazu beitragen, unser Ernährungssystem zu erneuern?

Zu den Themen, die untersucht werden könnten, gehören alternative Wege des Anbaus, der Herstellung, der Verteilung und des Konsumierens von Lebensmitteln; kulturelle und sensorische Aspekte des Essens; Lebensmittel als Medizin; die sozialen Aspekte der Beschaffung und des Kochens von Lebensmitteln, von der Distanz im Supermarkt bis hin zu virtuellen Bieren mit Freunden, und neue Rhythmen und Rituale des Essens allein oder mit der Familie. Wir drucken mit essbaren Materialien, untersuchen ihre sensorischen Qualitäten und arbeiten mit Methoden der Molekularküche.

Soziales Abstandhalten und virtuelle Geselligkeit bringen ungewohnte psychologische wie soziale Faktoren und neue Formen der sensorischen und emotionalen Auseinandersetzung mit dem Essen mit sich. Die Projekte können sich mit der Entwicklung von Instrumenten für die Beschaffung, den Anbau, die Versorgung mit und den Konsum von Lebensmitteln in Zeiten der Kontaktsperre, mit DIY-Ansätzen für Biotechnologie und Functional Food, mit Möglichkeiten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und mit der Nutzung von Speiseresten als Ressource befassen. Auch eher spekulative Projekte, die sich mit Zukunftsszenarien nach Covid 19 auseinandersetzen und damit, wie sich Gewohnheiten, Werte und Politik in Bezug auf Ernährung ändern könnten, sind denkbar.

 

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The outbreak of COVID-19 forces us to rethink our being, including our relationship to food. Now, at the very latest, we are realising that the questions of how and what we eat are closely linked to some of the major challenges we face around the world – from the loss of biodiversity, climate change and environmental problems to personal and public health, as well as the unfair global distribution system and the hunger that more than a billion of the world’s poor have to endure. At the same time, our food is entering a phase of radical technological change that may disrupt the way we grow, produce, distribute and experience our food. This recent development is fuelling a global and controversial discourse on the needs, habits and values of humanity that are embedded in our food systems. There is no doubt that food shapes our biological body and our social relationships, and through the way we produce our food, we play an essential role in shaping the world around us.

During the summer semester 2020, we would like to encourage students to deal theoretically and practically with the current situation regarding our food. We will follow the paths of our food from cultivation to utilisation and identify possible interventions in existing processes. How can design contribute to renewing our food system?

Topics that could be explored include alternative ways of growing, producing, distributing and consuming food; cultural and sensory aspects of eating; food as medicine; the social aspects of procuring and cooking food, from distance in the supermarket to virtual beers with friends, and new rhythms and rituals of eating alone or with family. We will print with edible materials, examine their sensory qualities and work with methods of molecular cuisine.

Social distance and virtual sociability bring with them unusual psychological and social factors and new forms of sensory and emotional involvement with food. The projects can deal with the development of instruments for the procurement, cultivation, supply and consumption of food in times of contact exclusion, DIY approaches to biotechnology and functional food, ways of avoiding food waste and the use of food leftovers as resources. Also, more speculative projects that deal with future scenarios after Covid 19 and how habits, values and policies regarding food could change are conceivable.

 

Facts

Research Topic
GreenDesign 9.0 – Food in the Time of Corona

Studio Practice
Teaching Course

Supervision by
  • Prof. Dr. Zane Berzina
  • Prof. Susanne Schwarz-Raacke
  • Prof. Barbara Schmidt
  • Prof. Steffen Schuhmann
  • Prof. Dr. Lucy Norris
  • Julia Wolf

in Collaboration with
  • Chloé Rutzerveld, Future Food Designer
  • Babette Wiezorek, 3D Printing
  • Malu Lücking, Design & Biofabrication
  • Fabian Neumüller, DIY Biofabrication Tools
  • kollektiv orangotango
  • SIRPLUS
  • Kantine Zukunft
  • Marco Clausen, Prinzessinnengarten
  • Tanja Busse
  • Florian Schwinn
  • Peter Kuchinke, Glassmaker

2020